Dienstag, 15. März 2011

Brasilien ein Land ein Traum!!!!

Erstaunlich eiegntlich eher unglaublich vor knapp 10 Jahren habe ich diese Menschen hier in Brasilien das erste Mal gesehen, sie umarmt mit ihnen gelacht und mit ihnen gelebt, damals waren es noch Menschen, die dann zu meiner Famile wurden und bis heute meine Familie am anderen Ende der Welt geblieben sind. Sicherlich ändern  sich Dinge, man wird älter, reifer, weiss vielleicht genauer was man im Leben erreichen will, hat studiert oder studiert noch, arbeitet schon, hat seine eigene kleine Familie aufgebaut etc. eines ist allerdings gleich geblieben, die Art und Weise miteinander umzugehen sich zu respektieren, zu lieben, zu unterhalten und zu helfen. Seit meiner ersten Ankunft in der Familie hat sich einiges verändert aber eigentlich fühlt es sich auch immer noch an wie früher.  Jedesmal wenn ich ins Flugzeug steige und Richtung Brasilien fliege habe ich dasselbe Gefühl, ich fliege nach Hause und wenn ich dann dort angekommen bin ist es so, als wenn ich nie weg gewesen wäre. Öfter ergab sich mir schon mal die Erleuchtung wie man den Atlantik einfach verschwinden lassen könnte um beide Kontinente nebeneinander zu haben, oftmals habe ich schon dran gedacht, wieso hast du eigentlich dein Jahr in der Ferne nicht in Europa verbracht, wieso zieht es dich immer an die Orte, die sich meilenweit entfernt befinden? Eine Antwort gab es darauf noch nicht. Eins ist klar, Südamerika und Mittelamerika sind genauso meine Heimat geworden in den letzten Jahren, wie es Deustchland immer gewesen ist. Wer weiss welcher Ort und welches Land auf der Erde sich noch als meine Heimat entpuppen wird. Leider ist sie nun vorbei die Zeit in einem der schönsten Teile der Erde die ich je sehen und in denen ich leben durfte. Nach einem aufregenden Jahr in Costa Rica folgten 3 unglaublich schöne Monate in Brasilien. Strand, Carneval, Familie, Churrascos, Freunde, viel Sonne, das ein oder andere Bier und der ein oder andere Caipirinha, die unendlichen Busfahrten, Großstädte, neue Orte neue Menschen neue Freunde aus anderen Südamerikanischen Ländern. Schwer zu glauben das das alles vorbei ist und man zurück zur Realität kehrt. Ob ich will, kann sich jeder selber eventuell beantworten. Ehrlich gesagt nein, ein Leben in Brasilien wäre der Traum, hier Leben, den brasilianischen Alltag tagein und tagaus erleben, auf den Cristo schauen und zu wissen ja hier bin ich richtig hier bin ich zuhause würde ich als erreichtes Ziel bezeichnen. So sehr ich Brasilien in meine Herz geschlossen habe und fest hoffe, in nicht allzuferner Zukunft hier mein weiteres Leben zu verbringen gibt es auch viele Dinge die ich an Deutschland vermisse. Ich habe in den letzten Monaten so einiges an Deutschland schätzen gelernt und freue mich einerseits auch wieder auf die Heimat. Unvorstellbar ist es trotzdem ab Donnerstag wieder in dem kalten Deutschland zu sein, dem deutschen Stress ausgesetzt, und voller Hoffnung, dass die Deutsche Bahn nicht streikt. Was ich hier besonders vermissen werde ist diese Lebenseinstellung, wenn ich mich aufrege und ärger über das Problem existiert es ja trotzdem weiter und wenn ich morgen sterbe hat sich das ärgern nicht gelohnt und ich habe meinen letzten Tag verschwendet über ein Problem zu grübeln, was heute wohl immer noch existiert. Ruhe bewahren ist wohl eine der Sachen die ich mir besonders ans Herz gelegt habe, nach über einem Jahr in Lateinamerika bleibt einem aber auch nichts anderes übrig, als sich diesem anzunehmen, ansonsten hat man es sehr schwer sich in einem dieser Länder frei zu bewegen und wohlzufühlen. Etwas Angst ist bei der Rückkehr nach Deustchland auch mit im Spiel, ich habe die letzten Tage eher wenig Ruhe in meinem Kopf gehabt, zuviele Gedanken schwirren dort herum.
Das wird wohl mein letzter Beitrag aus der Ferne sein vorerst. Ab morgen Abend sitze ich auf dem Heimweg von Salvador nach Frankfurt im Flugzeug und heute werde ich noch meine letzten Stunden in Rio de Janeiro geniessen, ein letztes mal an der Copacabana, dem Ipanema Strand und im Centro lang schlendern. Heute morgen habe ich mit einer Freundin, die in einem Strassenkinderprojekt arbeitet eine Favela besucht. Da wird einem wieder ganz deutlich, so stark Brasilien wächst und vom 3 Welt Land zum Schwellenland geworden ist, hat es eindeutig einen großteil der Bevölkerung in diesem Wachstum vergessen, denn die Slums wachsen auch, aber nicht in eine positive Richtung.........Es gibt mehr als 600 Favelas alleine in Rio de Janeiro, niemand weiß genau wieviele Menschen dort wohnen und wieviele Einwohner Rio eigentlich wirklich hat......ein interessanter Abschluss meines Aufenthaltes......


Anne