Donnerstag, 25. Februar 2010

vom Arbeiten, Busfahren und Leben in Costa Rica

Bueno.....die ersten Tage auf Arbeit sind vorüber und ich bin auch ziemlich geplättet, mein Leben hier trudelt sich so langsam aber sicher ein und ich finde das Busfahren hier sogar ziemlich angenehm. Ich werd euch einfach mal ein bisschen erzählen.

Mein erster Tag auf Arbeit war ziemlich entspannend, es gab ein großes Frühstück, die obligatorische AFS Vorstellungsrunde , dann das große Schweigen, weil alle den Mund voll hatten und danach fing mein Meetingmarathon an. Das übliche halt, wie funktioniert AFS Costa Rica, welche Programme gibt es, wie viele Ehrenamtliche und so.......Rolando hat mich über die internen Bürobeziehungen der einzelnen aufgeklärt, wer kann mit wem und welche können sich nicht ausstehen, was für ne Gruppen gibt es im Büro, wen man lieber nicht als Feind hat etc. Ich fand es ganz interessant. Und ganz wichtig, ich soll mir außerhalb von AFS Freunde suchen, um einen gesunden Abstand nach der Arbeit zu haben. Witzig!!!! Wieso witzig? Also ich verlasse am Morgen gegen 7 Uhr das Haus, fange um halb 9 mit der Arbeit an (ja ich brauche 1h bis zur Arbeit), sicherheitshalber nehme ich immer den Bus um 7, man weiss hier nämlich nie so genau wie lange der Bus durchhält, mal ist der Reifen kaputt, er fährt einfach so nicht mehr, oder es wollen 2 Millionen Menschen zur gleichen Zeit nach San Jose, was auf einer 2 spurigen Straße zum Verkehrschaos führt .Wer denkt Hamburg ist schlimm, San Jose ist 100 mal schlimmer. Naja gut also ich fange 8:30 an und verlasse das Büro gegen 18 Uhr oder später. Bin meist gegen 21 Uhr zu Hause und sehr froh, wenn ich dann irgendwann ins Bett fallen kann. Zeit für Freunde ist da nicht mehr viel, aber ich hoffe, dass ich nicht so oft am Weekend arbeiten muss und auch mal Zeit habe fuer ander Dinge. Die Leute im Büro sind alle total lieb, unterstützen mich wo sie nur können. Ich weiß jetzt ungefähr was ich machen muss, und kann mich so langsam aber sicher damit beschäftigen. Ich bin in der Abteilung Mitarbeiterentwicklung und speziell für die Schulen zuständig und dafür da neue Ehrenamtliche zu bilden und fit für die AFS Arbeit zu machen,besonders was das Thema Interkulturelles Lenrnen angeht, neue Konzepte zu entwerfen und und und und. Wie genau das ganze aussehen wird, erzähl ich euch dann, wenn ich selber weiß was es wird. Ich bin hier ganz mein eigener Herr, mal gucken, was ich daraus machen kann. Ansonsten sind wir ja zu 3 im Büro, Martin und Philip sind ja auch noch da, wir dürfen allerdings kein Deutsch untereinander reden, zumindest nicht, wenn irgendwer anderes dabei ist. Wir machen es natürlich ab und an trotzdem. Woran ich mich noch gewöhnen muss, ist dass hier alles etwas länger dauert, bis man eine Antwort oder ein Ergebnis bekommt. Manchmal etwas blöd, weil man meist nicht weiterarbeiten kann und dann wieder warten muss, aber da das ja hier der allgemeine Volkssport ist, gewoehne ich mich langsam dran. Arbeit macht mir viel Spaß und ich bin gespannt was noch so kommt. Und ich werde die Chance haben ganz viel zu Reisen, da ich oft Schulen besuche.
Naja Reisen tue ich auch den ganzen Tag eigentlich, immerhin ist die Anreise zur Arbeit immer schon ein heiden Spaß. Busfahren in Costa Rica ist so ne Sache für sich, sowie in allen anderen Lateinamerikanischen Ländern ja auch, aber Brasilien hatte ich nicht in so schlimmer Erinnerung. Mein Bus ist ein uralter Highschool Bus aus den Staaten, hat kein Reifenprofil, ist tierisch laut, wenn viele Leute im Bus sind ( was eigentlich immer der Fall ist) ähnelt die Innentemperatur einer Finnischen Sauna. Der Busfahrer ist ne ganz besondere Spezie, ich bewundere sie sie können bei diesem Verkehr ruhig bleiben, Stop and Go fahren ist für sie kein Problem, sie zählen während der Fahrt das Geld ohne eine Unfall zu bauen, sind Weltmeister im hupen und vordrängeln und holen aus den alten Schachteln alles raus was geht. Ich nehme jeden morgen 3 Busse. Am ersten Tag alleine hab ich mich gleich erstmal verfahren, trotz der tollen Karte die mir meine Gastschwester gemalt hat, bin ich am komplett falschen Ende der Stadt angekommen. Ich bin dann mit dem Taxi zur Arbeit gefahren, meine Gastfamilie hatte mir vorsorglich noch Geld für das Taxi mitgegeben und ich hatte zum Glück die Adresse vom Büro in der Tasche. Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles, auch das Busfahren wird irgendwann zu einer Normalität werden, zudem ich ganz froh bin, dass ich nicht selber Autofahren muss.
(Foto vom Sauna Bus)
Mein Leben pendelt sich so langsam ein. Ich habe schon viel gesehen in Costa Rica, obwohl ich erst knapp nen Monat hier bin. Am vorletzten Wochenende war ich mit meiner Familie auf dem Vulkan Poas, einer Kaffeeplantage, dem Vulkan Arenal (also auf dem waren wir nicht drauf, der ist noch zu aktiv und spuckt ab und an Lava aus) und in den heissen Vulkanquellen baden. Leider war es in der Nacht zu neblig, und man konnte den Arenal Vulkan mit seinen roten Lavafäden nicht sehen. Den ganzen Tag schien die Sonne und keine Wolke war am Himmel zu sehen und dann ja ich sag nur Murphys Law. Egal ich hab noch ewig Zeit in Costa Rica und fahr da nochmal hin in der Hoffnung, dass das Wetter einmal mitspielt. Das letzte Wochenende waren wir in Tortuguero. Das war ein Trip. Wir sind mit dem Flugzeug hingeflogen. Inlandsflug in Costa Rica eine absurde Sache und ich steige auch nie wieder in so eine Maschine. Ich war auch völlig unvorbereitet und wusste nix von meinem Glück. Wir sind in der Früh aufgebrochen und ich hab mich schon ein bisschen gewundert, wieso wir den Bus um 5 nehmen müssen. Auf der Fahrt konnte ich dann das Schild Aeroporto lesen, dachte mir noch nix dabei, außer OK der Bus fährt wohl irgendwo da ab, bis wir in der Eingangshalle waren und ich diese Propellerdinger gesehen habe, da wurde mir alles klar. Und die Panik begann. Ich hab mir natürlich nichts anmerken lassen, bin völlig cool und gechillt zum Check In, dabei befand sich mein Herz schon in der hintersten Ecke meines Großen Onkels. Es wäre wahrscheinlich alles nicht so ein Drama gewesen, wenn es nicht genau an dem Tag ziemlich stürmisch gewesen wäre und mit stürmisch meine ich auch stürmisch. Kurzzeitig hatte ich noch die Hoffnung nicht mitfliegen zu können, da AFS meinen Reisepass hat und die mich mit der Kopie nicht fliegen lassen wollten und das Internet gerade nicht ging, um zu gucken, ob ich legal im Land bin, naja leider konnte ich dann ja doch durch die Immigration. Die Sicherheitseinführung dauerte genau 20 Sek. das Flugzeug war ja auch sehr übersichtlich und die beiden netten Herren haben noch zirka 5 Minuten die Propeller getestet. Sehr beruhigend, dass sie das dann doch noch vor dem Start erledigen. Danach kann ich das Gefühl gar nicht mehr genau beschreiben, aber der freie Fall nach unten beschreibt es ganz gut, durch den Starken Wind war es grausam. Ich hatte kurzzeitig immer nur den Gedanken, wie was ist wenn wir abstürzen. Dieses Ding wäre einfach nur in den Bergen zerschellt und niemand hätte uns je gefunden. Ich hab mir irgendwann meine Jacke über den Kopf geschmissen, so dass ich nichts mehr sehen konnte und habe nur gehofft, dass wir schnell wieder landen. Ich bin froh, dass ich das überlebt habe und nie wieder machen muss. Ich bevorzuge dann doch lieber die Buckelpisten von Costa Rica und reise liebend gerne mit dem Bus. Tortuguero befindet sich direkt an der Karibikküste und ist überall vom Regenwald umgeben. Wir waren einen Tag am halbwegs annehmbaren Strand und den Rest im Dschungel, haben da in einem Hotel/Hostel gepennt was direkt mittendrin lag. Ziemlich krasses Ding, nur mit dem Boot zu erreichen und man trifft sämtliche Art von Tieren Nachts auf dem Weg in sein Bett, da der ganze Komplex aus verschiedenen Hütten besteht. Ich als Europäer und Fan von blau türkisem Meer plus weißem Sandstrand war anfangs ziemlich enttäuscht, das Wasser war braun und der Sand am Strand ganz weit entfernt von weiss, aber es war heiss die Sonne schien und die Karibik ist die größte Müllhalde die ich je erlebt habe, wir sind im Fluss baden gegangen. Strand ist wohl nur schön an der Pazifikküste, da geht es dann beim nächsten Mal hin. Ansonsten sind wir viel im Regenwald gewandert, haben eine Schildkröte am Strand gesehen, sind mit dem Boot durch die Kanäle gefahren und haben ganz viele Tierarten sehen können, auch die nicht so angenehmen, wie Spinnen und richtig eklige Käfer. Ein ganz runder Trip und der Regenwald ist faszinierend.Ich lade noch ein paar Bilder hoch und dann verschwinde ich auch schon ins Bett. Ich fahre morgen zu meinen ersten Komiteebesichtigungen. Ich bin gespannt, was mich da erwartet.
Karibikküste

Auf dem Boot durch die Kanäle in Tortuguero

nochmal Karibikküste

irgendeine Affenart

die letzen Bilder aus dem Flugzeug



ohne Worte

mit meiner Gastschwester auf dem Vulkan Poas

Deustche Botschaft
                                                

2 Kommentare:

Namárië hat gesagt…

Hi Anne! Lustige Dinge schreibst du :) Leider muss ich sagen dass ich die Karibikküste viel schöner als die Pacifik finde... aber naja geschmack sache!

petronella63 hat gesagt…

Hallo Anne,
ich habe gerade deinen Blog gefunden. Wir sind seit drei Tagen Gastfamilie von Doris aus Costa Rica. Es ist total spannend, mal etwas "von der anderen Seite" zu lesen. Wir werden deinen Blog daher gern weiterverfolgen. Viel Spaß und Erfolg bei deiner Arbeit und danke für die tollen Berichte und Fotos! Petra K. aus Deutschland