Die ersten Tage in Costa Rica
In den letzten Tage habe ich soviel erlebt, ich weiß gar nicht so genau wo ich anfangen soll.
Ich fange am besten einfach mal bei der Finca de la Flor an.
Da ich erst später angereist bin, hatte ich nicht das Vergnügen schon 3 Tage Spanisch gehabt zu haben und musste das alles erstmal nachholen. Am nächsten Morgen um 7 Uhr sollte ich einen Einstufungstest machen. Um 7 Uhr Costa Ricanische Zeit, tolle Sache wenn man weiß wie man Uhren stellt. Ich dachte ich hätte sie richtig gestellt, bin irgendwann völlig verpeilt aufgewacht in der Annahme es sei 6.30 Uhr (hab mich noch kurz darüber gewundert, dass es draussen immer noch dunkel ist), geduscht und bin dann ab nach oben ins Haupthaus der Finca. Alles war verschlossen, kein Licht keine Stimmen, nix, nur Ich ein paar gruselige Geräusche und ein Dutzend Insekten, die ich vorher noch nicht kannte. Als Deutscher hat man es ja so mit der Pünktlichkeit, Ticos ja eher nicht so, deshalb dachte ich mir warte ich doch einfach mal. Nach 20 Minuten hatte ich die Schnauze voll und bin wieder Richtung Matratze gestiefelt und habe auf meine Uhr geguckt.....Ja es war 1.30 Uhr in der Nacht, was für ein Wecker auch immer geklingelt hat, es war nicht meiner, kein Wunder, dass alles verschlossen war.....
Der nächste Tag begann sehr entspannt, die zusätzlichen Stunden Schlaf taten mir gut(danke, dass mich irgendwas wieder ins Bett bewegt hat und ich nicht im Sitzen vor dem Haupthaus gepennt habe). Ich habe meinen Test gemacht, wurde in eine Gruppe eingeteilt und hatte in der Mittagspause mit meiner Spanischlehrerin Andrea Einzelunterricht, um den verpassten Stoff nachzuholen.
Auf der Finca ist es echt schön zwar sehr ruhig aber wir haben auch den ganzen Tag spanisch Unterricht und können so nicht wirklich abgelenkt werden. Eine der ersten Dinge die verkündet wurden waren: jeden Tag duschen und kein Alkohol! Die denken echt wir wären alle dreckig und würden den ganzen Tag nur Bier trinken…! Die ersten hatten in ihrem Zimmer schon diverse Insekten von Klein über Groß, zum Glück war es nicht mein Zimmer . Auf der Finca sind auch noch andere Backpacker auf der Farm helfen und dafür Spanisch Unterricht bekommen. Ich glaube die freuen sich, dass neue Leute gekommen sind, auch wenn wir nur eine Woche dort waren.
Der Abschied war schon nicht einfach, unsere Lehrer waren echt ganz cool.
Das Leben auf der Finca war gar nicht so schlecht, wir waren in Cartargo zum shoppen und dann waren wir noch am Tag der Wahl mit 2 Mädels von AFS unterwegs, die uns gezeigt haben wie man wählt und wie es so auf der Straße aussieht. Nachdem uns vorher so der Mund wässrig gemacht wurde, was doch für Mega Parties auf den Straßen stattfinden, fand ich es ziemlich ernüchternd, es war wohl ein bisschen übertrieben, immerhin waren auf der Finca mehr Leute als auf den Straßen von Costa Rica und das mag schon was heissen. Stattdessen waren wir für 50 Cent (ich weiß ist nicht viel Geld) in einem Museum, wo man exakt 1 Minute brauchte um alles zu sehen. Der Maggi Shop nebenan war wesentlich interessanter.
Einen Tag waren wir in der deutschen Botschaft und hatten eine Audienz beim Botschafter… war ganz Lustig alles mal von jemand deutschem zu hören, der es natürlich ganz anders formuliert als die Einheimischen! Was ganz Interessant war und was auch keiner wusste ist das die größte Steuereinnahme von Costa Rica nicht vom Tourismus kommt sondern von INTEL (die Computerchips) die in San José produziert werden, danach kommen die Callcenter die für alle möglichen Firmen auf der Welt in Costa Rica sitzen. Wenn man in Deutschland z.B. bei der Hotline für Braun Zahnbürsten anruft kommt man vermutlich in Costa Rica raus, sagt der Botschafter zumindest. Nach diesen beiden Einnahmequellen kommt erst der Tourismus und die Bananen, der Kaffee kommt erst an Stelle 20 oder so da hier gar nicht genug Kaffee angebaut wird um es nach Europa zu verkaufen! Außerdem wird in San José zurzeit ein neues Fußball Stadion gebaut für ca. 80 Millionen €. Ein Geschenk von China als Dank dafür dass Costa Rica Taiwan den Rücken zu gedreht hat, das ist Chinesische Außenpolitik.
Der Tag war echt gut, spannend und interessant. Begann allerdings alles andere als optimal. AFS Costa Rica wollte uns um 7:30 Uhr abholen (Stunde der Ticos also gegen 8 Uhr), wie das so ist kam nix, weder um 8 Uhr noch um 9 Uhr. Irgendwie hatte der Busfuzzi verpennt uns abzuholen, AFS war allerdings pünktlich in der Botschaft nur wir fehlten. Also wurden wir dann so gegen 10 Uhr oder so ins AFS Büro verfrachtet, haben eine Einführung zum Schulsystem bekommen und uns wurde zum gefühlten 1000 mal gesagt, dass wir duschen müssen....JA LIEBE COSTARICANER, LATINOS ETC. AUCH WIR IN DEUTSCHLAND HABEN FLIEßENDES WASSER UND DUSCHEN UNS REGELMÄßIG....danach ging es dann endlich in die Botschaft, aber dazu habe ich ja oben schon was geschrieben.
Alles war mega stressig an diesem Tag. Am Abend war unser Abschied in der Finca, wir mussten noch Geschenke für unsere Lehrer kaufen und unsere Präsentationen einüben. 19 Uhr sollte es losgehen, wir kamen nach 20 Uhr erst wieder in der Finca an, ich hatte meinen Text noch nicht auf Lager und Fabian hatte es auch noch nicht einmal gelesen. Gute Voraussetzung, zum Glück war Andrea unsere Spanischlehrerin sehr souverän, zumindest haben alle gelacht....es ist verdammt schwierig in einer Sprache zu improvisieren, die man nicht richtig sprechen kann. Am Ende der Präsentationen haben wir uns von unserer Lehrerin verabschiedet, da sie am Abend noch nach San Jose gefahren ist. Und ja nachdem wir uns alle gefreut hatten, den Test den der andere Teil der Freiwilligen schreiben musste am Nachmittag, verpasst hatten, kam die schnelle Ernüchterung....Und ihr lieben Deutschen schreibt den Test morgen früh vor eurer Abreise...Bravo Juhu was für eine Freude. Naja gut ehrlich gesagt er war dafür ziemlich einfach, wie sich am nächsten Tag heraus stellte. Wir haben glaube ich alle mit 1 abgeschnitten, wenn ich mich nicht irre.
Am nächsten Tag ( Mittwoch den 10.02.2010) haben wir morgens um 8Uhr die Finca verlassen. Es war echt nett die ganzen Mädels aus der Küche und Lehrer der Finca sind mit zum Bus gelaufen und haben uns verabschiedet, so. 1,5 Stunden später sind wir dann in San José im AFS Büro angekommen und haben wie erwartet erst mal “gewartet“. Brigitte, der die Finca gehört ist übrigens eine deutsche,sie sagt immer sie habe mal grob ausgerechnet und meint dass man als Costaricence ca. ein Drittel seines Lebens wartet. Es ist wie ein Volkssport, man wartet nicht auf irgendetwas sondern man wartet einfach! Na gut nach ca 1 Stunde warten sind dann die Leute vom Amt gekommen. Es hat 2 Stunden gedauert von uns 24 Leuten Fingerabdrücke zu nehmen und uns auszufragen. Und man hat den Volkssport „warten“ exzessiv aufgeführt, da natürlich, wenn man fertig war mit Fingerabdruck abgeben, Geld bezahlen und etc. man nichts mehr zu tun hatte.Um 14Uhr hab ich mich dann verabschiedet, weil ich von meinen Gasteltern abgeholt wurde.
Meine Familie ist super nett und dank ihnen musste ich nicht gleich am Donnerstag anfangen zu arbeiten. Ich habe die letzten Tage auf 2 Vulkanen und in mehreren Wäldern verbracht und bin quasi einmal quer durch Costa Rica gefahren.Sehr nice hier muss ich sagen und unfassbar, was in einem kleinen Land wie Costa Rica alles an Natur vorhanden ist.
Ansonsten habe ich ein eigenes Zimmer und konnte endlich meine Sachen aus meinem Koffer räumen und Sachen waschen.Es ist grausam aus dem Koffer zu leben. Mein Gastvater hat eine eigene Firma die direkt hinterm Haus liegt. Jeden Tag rennen hier massenhaft viele Leute im Haus rum und putzen und räumen und pflegen den Garten. Mein Zimmer muss ich allerdings selber putzen, also den Boden und ab und an mal den Staub wegmachen. Alles andere erledigen die Angestellten. Meine Mum ist meist die ganze Zeit zu Hause oder hilft in der Firma oder fährt shoppen oder was weiß ich, wenn ich genaueres weiß, sag ich es euch. Meine Gastschwester studiert an der UCR Geschichte und mein Gastbruder macht gerade seinen Doktor in Mathematik in den Staaten, er kann gut Englisch und Deutsch sprechen (heute konnte ich mit ihm telefonieren auf deutsch natürlich). Meine Family ist ziemlich cool, ich hab keine großen Einschränkungen, sie wollen nur wissen wo ich bin und ob ich nach hause komme. Mein Dad macht meist ziemlich üble Witze, ich kann sie noch nicht ganz so gut verstehen beim ersten Mal, es bedarf immer einer Erklärung, bis ich dann auch endlich anfangen kann zu lachen. Hey aber es wird, AFS pumpt mich die nächsten Wochen mit noch mehr Spanischunterricht zu, den ich direkt im Büro bekomme. Yeah noch mehr Grammatik und noch mehr lernen. Verstehen kann ich schon gut, die Vokabeln sitzen, aber das Sätzebauen ist noch nicht ganz mein Ding und dann muss ich endlich mal meine Portugiesisch ein bisschen in den Hinterkopf drängen, ich neige stark dazu alles auf Portugiesisch zu beantworten. Dann gucken mich immer ganz viele Große Augen an und alle fangen an zu lachen. Naja aber das wird noch, ich bin ja auch erst gute 11 Tage in Costa Rica und dafür muss ich sagen, ist meine Spanisch schon ganz gut.
So das war es erstmal von den ersten Tagen.
Morgen ist Montag der 15.02.2010 und d.h. mein erster Arbeitstag im Büro. Ich bin gespannt was mich da erwartet. Erzähle euch später dann gerne davon wie es war und was ich denn genau mache....Oscar hat es mir zwar Mittwoch schon mal kurz gesagt, allerdings in einem so Spanischen Tempo, dass Bahnhof das meiste war, was ich verstanden habe.
Hasta Luego
Anne
1 Kommentare:
Hi anne na alles klar bei dir echt cool so deine Tage mal durch zu lesen und zu erfahren was du da so alles erlebst i ich hoffe deine arbeit ist gut viel spaß noch freu mich schon wenn Wieder hier bist
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